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 Wallfahrtsverein Glandorf

Aus der Telgter Kapelle wo wir dem Gnadenbild am Samstagnachmittag in einer kleinen Feier die Gebetsanliegen stellvertretend übergeben bzw. anvertraut haben. Unsere Wallfahrtskerze wurde in dieser Feier ebenfalls nach Segnung durch den Telgter Propst entzündet.


Predigt von Mathis Erpenbeck zur ausgefallen Wallfahrt 2020 in der

St. Johannis Kirche zu Glandorf am Wallfahrtssamstag, den 11.07.2020


 

Lesung: Ex 3,14 (Wallfahrtsmotto: Ich bin da, wo du bist!)

Evangelium: Lk 1,39-56 (Magnificat)

 

Liebe Pilgerinnen und Pilger,

Samstag, der 11. Juli 2020 ziemlich genau … Uhr Osnabrücker-Telgter Wallfahrt. Für viele – wie auch für mich – ein feststehender Termin des Jahres.

Eigentlich würden wir jetzt mit einer großen Schar von Menschen an der Klause in Oedingberge Rast machen. Sitzen auf einem Baumstumpf oder im Gras und der Predigt unseres Bischofs lauschen.

Dann 11.15 Uhr Aufbruch zur nächsten Etappe nach Ostbevern. Die kräftig scheinende Sonne und der heiße Asphalt lassen die lange Gerade über die Landesgrenze wie einen Glutofen erscheinen. Die vierzehn Stationen des Kreuzweges sind eine Ablenkung von den Strapazen des Weges.

Dann ist Ostbevern in Sicht. Georg, Günther und ich würden versuchen das Einzugslied „Mutter Gottes, wir rufen zu dir“ zu singen. Das, was uns an Tonhöhen fehlt, versuchen wir mit Lautstärke wett zumachen. Nun die letzte Pause vor Telgte mit einem guten Mittagessen. Entweder Erbsensuppe im Pfarrheim, Orgelmusik in der Kirche, Picknick auf der Wiese, oder – wie ich es von Alfons gelernt habe – ein Körnchen bei Finken´ Heinz.

Dann der letzte Ritt. 35 Kilometer sind geschafft und acht harte liegen noch vor uns.

Dann viele rote Kappen, getragen von den Kommunionkindern, die sich in den Zug mit einreihen. Schon ist auch der Kirchturm von Telgte zu sehen, ein erfahrener Wallfahrer hat schon den Spruch gebracht: „Der Kirchturm ist zu sehen, in einer halben Stunde sind wir da!“

Mittlerweile ein zwei Kilometer langer Pilgerzug mit bis zu tsd. Menschen.

Jetzt noch schnell über die Kreuzung nach Telgte rein und nach elf Strophen „Großer Gott, wir loben dich“ wird das Telgter Einzugslied angestimmt:

In Schmerz und Not dem Sohne gleich, o Maria, warst du für uns an Schmerzen reich, o Maria! Durch all dein Herzeleid stärk uns im Lebensstreit, Mutter Barmherzigkeit. Ave, ave, ave Maria.

Unzählige Menschen im Zug und an den Straßen, lauter Gesang, enge Gassen, Applaus, Gänsehaut, Tränen und dann      das Gnadenbild!

Wir sind am Ziel!

Liebe Pilgerinnen und Pilger, was eine schöne Vorstellung, doch wie viel lieber hätten wir dieses alles heute real erlebt und live gespürt, anstatt jetzt einer Erzählung zu lauschen.

Doch die Pandemie und die schützenden Vorkehrungen, die dagegen getroffen wurden lassen es in diesem Jahr nicht zu. So schmerzlich es auch ist.

So kommt es, dass die Osnabrücker-Telgter Wallfahrt zum ersten Mal in der 168-jährigen Geschichte nicht stattfinden kann. Sogar in den Nöten und Wirren der einzelnen Kriege gab es immer Einzelne und kleine Gemeinschaften, die sich auf nach Telgte machten.

Bei aller Richtigkeit und Weitsicht dieser Absage, fällt es schwer, dass ein Highlight – nein, für mich ist es das Highlight – des Jahres ausfallen muss.

Aber was ist es, das diese beiden Tage im Juli so besonders macht, dass man ihnen schon Monate vorher entgegenfiebert? Warum zieht diese Wallfahrt Jahr für Jahr Tausende in ihren Bann?

Es ist die Andersartigkeit!

Drei Beispiele dafür:

Die erste Andersartigkeit liegt für mich darin, dass dieses Pilgern und Wallfahren nach Telgte ein Ausbruch aus unserem alltäglichen Leben bedeutet. Dieses Auf-dem-Weg-sein gibt uns die einzigartige Möglichkeit unseren Alltag, der oftmals von Hektik und Stress geprägt ist außer Acht zu lassen – ja buchstäblich alles auf der Strecke zu lassen, um Zeit zu haben für Dinge, die einen wirklich bewegen. Deswegen ist die Wallfahrt trotz der Strapazen des Weges ein „Seele baumeln“ lassen für viele.

Die zweite Andersartigkeit liegt für mich darin, dass jeder und jede – egal ob man den ganzen Weg oder nur ein kurzes Teilstück geht – das Gefühl bekommt Teil einer großen Gemeinschaft zu sein. Dieser Weg schweißt zusammen. Was ist das doch für ein überwältigendes Gefühl, vereint mit tausenden von Menschen, seinem Glauben, das, was einen berührt, auf so eine Weise zum Ausdruck zu bringen.

In unserer heutigen aufgewühlten Zeit ist es alles andere als selbstverständlich, dass so eine große Zahl an Menschen ein friedliches Ausrufezeichen setzt für das, was sie bewegt.

Die Wallfahrt bringt viele Menschen und Generationen zusammen. Sie sind durch Sorgen und Nöte, Freude und Hoffnungen verbunden. Zusammen „beten sie mit den Füßen“.

Die dritte Andersartigkeit ist: Das Ziel.

Jedes Jahr machen sich 100tsd. Menschen aus allen Landesteilen zu Fuß oder mit anderen Verkehrsmitteln auf ins östliche Münsterland nach Telgte.

Im Gnadenbild aber ist die Gottesmutter Maria in einer Situation dargestellt, die den Glauben häufig auf eine Probe stellt, nämlich in der Situation von Leid und Tod. Es spricht den Betrachter weder mit Freundlichkeit noch mit Wärme an. Es konfrontiert den Menschen mit einer Situation im Leben, die man häufig beiseite schieben möchte, dem Tod.

Warum pilgern nun unzählige Menschen zu einem Bildnis, von dem weder Freude noch Zuversicht ausgeht, sondern das mit dem Tod – ja größer noch, dem Tod des eigenen Kindes konfrontiert? Liegen da nicht Bildnisse und Statuen näher, in denen die Heiligen mit Freude und in Glanz dargestellt werden, oder Reliquien, die als Überreste bzw. persönliche Stücke derer gelten, die ein beispielloses Leben für Gott und den Glauben geführt haben?

Und trotzdem wären es an diesem Wochenende wieder über 10tsd. Pilgerinnen und Pilger gewesen, die nach Telgte gegangen wären. Die Menschen – egal ob sie glauben oder nicht glauben – sehen diese große, von Gott auserwählte Frau in der schwersten Stunde ihres Lebens in Trauer und Leid. Und so kommen die Pilgernden mit ihren eigenen alltäglichen Sorgen und Nöten vor die Gottesmutter.

In der Stunde des eigenen Leides identifizieren sich die Menschen mit der Schmerzensmutter und haben die Gewissheit auf ihre Fürsprache Stärkung und Heil für die eigene Notsituation zu erfahren. Sie erlangen Zuversicht die Rückschläge ihres eigenen Lebens gut zu meistern.

So alt wie die Menschheit ist der Glaube daran, dass es Orte gibt an denen uns Gott näher ist als anderswo. Und so ein Gnadenort, ein Ort an dem die Gottesnähe buchstäblich spürbar und greifbar ist, ist Telgte und das Telgter Gnadenbild. Und hier sagt Gott uns dann in besonderer Weise: „Ich bin da, wo du bist!“

So wie Mose damals auf dem Horeb diese Verheißung empfangen hat und sie alle Menschen, die es seit jeher mit Gott halten, auch erfahren haben, können auch wir uns sicher sein, dass Gott, auch in der Situation einer Pandemie, immer schon da ist, wo wir unser Leben leben und es gestalten.

Mit Maria, deren Leid Gott an Ostern in große Freude und überschwänglichen Jubel gewandelt hat, können wir dann in ihren Lobgesang einstimmen: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott meinen Retter!“

Und weiter heißt es: „Der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.“ Auch Maria hat die Verheißung erfahren, die im Gottesnamen steckt: Ich bin da, wo du bist. Und sie preist Gott so wie auch wir es tun sollten.

Und wir alle, liebe Wallfahrerinnen und Wallfahrer, möchten Gott unseren Dank und unser Lob darbringen und das, vor allem bei der Osnabrücker-Telgter Wallfahrt im nächsten Jahr. In einem großen Marsch des Glaubens wollen wir wieder Gott für seine Treue danken und Maria als die Mutter des Herrn und unsere Mutter preisen.

Wir alle, die wir heute hier sind und mit allen, die heute ebenfalls nicht nach Telgte gehen können, möchten wir wieder singen:

So grüßt in hellem Jubelton noch einmal auf den Auen. Die Osnabrücker Prozession dich, herrlichste der Frauen.

O Mutter Gottes, heilige Jungfrau, segne die scheidenden Kinder! Sei uns gegrüßt, sei uns gegrüßt, heute und allzeit, Maria!


Diese Predigt von Mathis, der auch Vorbeter der Glandorfer Wallfahrer ist, hat alle so sehr bewegt, dass wir Mathis Worte nochmals zum Nachlesen online stellen dürfen.

Dir lieber Mathis dafür ein herzliches Dankeschön


 

 

 

 




Samstag, 11. Juli Am Samstagmorgen wird es in allen Orten entlang der Wegstrecke zeitgleich eine Pilgermessen um 10:30 Uhr geben. So sind wir alle an dem Tag zur selben Stunden im Gebet miteinander verbunden. In Glandorf findet die Messe in der St-Johannis Kirche statt. Aus aktuellem Anlass sind wir gezwungen, die Teilnehmerzahl des Gottesdienstes auf 60 Personen zu begrenzen. Eine telefonische Anmeldung über das Pfarrbüro ist daher erforderlich. Sollte die Messe „ausgebucht“ sein, wird auch die Messe um 18:00 Uhr in der gleichen Art gestaltet wie am Morgen. Wir bitten alle Besucher ihr blaues Wallfahrtsbuch mitzubringen. In der Kirche wird es die Möglichkeit geben, sich wie sonst üblicherweise in Telgte vor der Pieta, die kleinen Gebetszettel der diesjährigen Wallfahrt mitzunehmen. Ebenfalls können die Buttons und die Glandorfer Anstecknadeln erworben werden. Sonntag, 12. Juli Am Sonntagmorgen um 10 Uhr wird eine Pilgermesse im LIVE Stream mit Bischof Bode aus dem Dom zu Osnabrück übertragen. Auch unsere Glandorfer Fahne wird vor dem Hochaltar zu sehen sein.



 




 


 




 


 

 

 

 

 

 

 

  


 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

  

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 




Pfarreiengemeinschaft     Glandorf-Schwege  

 http://www.st-johannis-glandorf.de

Osnabrücker Telgter Wallfahrt.

http://www.wallfahrt-nach-telgte.de  




168. Osnabrücker -            Telgter Wallfahrt 2020      am  11./12.  Juli                   
Erstmalig nach dem         
2. Weltkrieg muss die        Telgter Wallfahrt auf        Grund der Corona              Pandemie in diesem Jahr ausfallen                    

 

Gottesdienst Übertragungen aus dem Dom zu Osnabrück

Jeden Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag um 19 Uhr überträgt das Bistum Osnabrück nichtöffentliche Messen aus dem Osnabrücker Dom, live. Bitte dazu auf den Link klicken!  


https://bistum-osnabrueck.de/live-gottesdienste/  


Gottesdienst verpasst?

https://www.youtube.com/user/bistumosna